Mehr Sediment und Nährstoffe in den Gewässern

Weniger Wasser in der Landschaft

Änderung der Landnutzung

Seit den 1950er Jahren wurden landwirtschaftliche Flächen gewonnen, in dem Gewässer im Verlauf gestreckt und reguliert wurden, die dazugehörenden Auflächen wurden meist der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt. Die Bearbeitung der Agrarflächen wurde maschinell intensiviert, Landschaftselemente entfernt, die Schlaglängen der Felder wurden verlängert und das Entwässerungsnetz - Drainagen und Entwässerungsgräben - wurde deutlich verdichtet.

Auch die forstliche Nutzung hat einen deutlichen Wandel erfahren. Oftmals dominieren Monokulturen mit kaum Unterwuchs und damit einhergehendem mangelndem Rückhalt des Wassers.

Die natürliche Pufferfunktion der Einzugsgebiete - die dort beginnt wo der Wassertropfen auf die Erde fällt - wurde drastisch reduziert. Dies führt dazu, dass weniger Wasser zurückgehalten werden kann und somit direkt zum Abfluss und in letzter Konsequenz zur Verschärfung der Hochwasserwellen beiträgt.

(Bild 1: Erosion aus einem Erdäpfel-Acker)

(Bild 2: Ausgeschwemmter Graben in einem Fichtenforst)

Mehr Erosion und mehr Eintragswege

Neben dem Ausbau der landwirtschaftlichen Nutzflächen wurde beim Anbau oft auf Pflanzen mit geringer Bodenbedeckung, etwa Mais, umgestellt. In Kombination mit der maschinellen Bodenbearbeitung entstehen Perioden in denen kein oder ein geringer Bewuchs auf den Feldern gegeben ist. Kommt es in diesen Phasen zu starken Niederschlagsereignissen, bleibt die Pufferfunktion der Vegetation aus und es kommt zu erhöhtem Oberflächenabfluss und damit auch zu Erosionserscheinungen.

Das Entwässerungsnetz aus den landwirtschaftlichen Flächen und entlang von Infrastruktureinrichtungen wie Straßen befördert das ausgewaschene Material direkt in die Gewässer.

Naturferne Gewässer

Das eingetragene Material trifft in den Gewässern ebenfalls auf menschlich stark beeinflusste Bedingungen. Oft mangelt es an natürlichen Strukturen und die Gewässer sind monoton durchreguliert oder aufgestaut. Eine geringe Fließgeschwindigkeit in Abschnitten mit wenig Struktur führt zum Absedimentieren des Materials. So wird die Gewässersohle versiegelt und steht nicht mehr als Lebensraum für die Jungmuscheln aber auch nicht mehr als Laichsubstrat für die Bachforelle zur Verfügung. Aus dem abgelagerten Material resultieren zudem Hochwasserprobleme in Siedlungsbereichen oder Probleme für die Wasserkraftnutzung durch Stauraumverlandungen.

(Bild 3: Stark menschlich geprägter Zufluss zur Maltsch)

Klimawandel

Ein Blick auf die Wetteraufzeichnungen der letzten Jahre zeigt einen eindeutigen Trend hin zu extremeren Ereignissen. Dies betrifft sowohl Trockenperioden wie auch Starkregenereignisse, die beide die Problematik deutlich verstärken.